Finanzministerin Dr. Silke Schneider besucht Forschungsinitiative REAKT in der Stadt Lütjenburg
Lütjenburg, 7. August 2026 – Wie kann moderner und wirtschaftlicher Schienenverkehr im ländlichen Raum gelingen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Forschungsinitiative REAKT unter Federführung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Beim Besuch von Finanzministerin Dr. Silke Schneider am Bahnhof Lütjenburg standen die aktuellen Forschungsprojekte, die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Lütjenburg und Malente sowie die Zukunft des ländlichen Schienenverkehrs im Mittelpunkt.
Prof. Dr. Reinhard von Hanxleden, Sprecher von REAKT, präsentierte der Ministerin die Initiative und ihre bisherigen Ergebnisse. Bei einer Demonstration konnte sie zudem die Fernsteuerung eines Schienenfahrzeugs erleben. Anschließend informierten die beteiligten Wissenschaftler und Projektpartner beim „Markt der Möglichkeiten“ über aktuelle Vorhaben.
Bahnstrecke wieder für Eisenbahnbetrieb zugelassen
Ein besonderer Meilenstein wurde im Juli erreicht: Nach fast 30 Jahren ist auf einem Teilabschnitt der 17 Kilometer langen Strecke zwischen Lütjenburg und Malente wieder Eisenbahnbetrieb möglich. Am 10. Juli erteilte die Landeseisenbahnaufsicht die Erlaubnis für den Betrieb zwischen Lütjenburg und dem Haltepunkt Flehm. Einen Tag später fuhr im Rahmen des Stadtfestes Lütjenburg erstmals wieder ein Schienenbus über die Strecke. Die Bahnstrecke dient REAKT als Reallabor für Forschung und Erprobung. Unter realen Bedingungen werden unter anderem neue Konzepte für Sensorik, Kommunikation und Sicherheit sowie perspektivisch für einen autonomen Schienenverkehr ohne Lokführerinnen und Lokführer untersucht.
„Die Strecke zwischen Malente und Lütjenburg bietet uns ein außergewöhnliches Umfeld, um neue technische und organisatorische Lösungen für den ländlichen Schienenverkehr unter realen Bedingungen zu erproben“, erläutert Prof. Dr. Reinhard von Hanxleden.
Fünf Millionen Euro für REAKT
Zusätzlichen Rückenwind erhält die Initiative durch die Förderung als DATIpilot-Innovationscommunity des Bundesforschungsministeriums. Aus knapp 500 Bewerbungen wurde REAKT 2024 als eine von 20 Innovationscommunities ausgewählt. Für vier Jahre stehen insgesamt fünf Millionen Euro für Forschungsprojekte zur Verfügung.
Neben der CAU sind unter anderem die FH Kiel, die Muthesius Kunsthochschule Kiel und die TU Hamburg beteiligt. Hinzu kommen zahlreiche Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen und weitere Partner. Ziel der Forschungsinitiative ist es, mit modernen Technologien und neuen Betriebskonzepten Wege zu finden, wie Schienenverkehr auch im ländlichen Raum wirtschaftlich und zuverlässig betrieben und damit perspektivisch die Reaktivierung stillgelegter Strecken ermöglicht werden kann.
„Dass Forschung, touristischer Betrieb und die Perspektive eines öffentlichen Verkehrs auf einer wieder aktivierten Strecke zusammenkommen, macht das Reallabor Malente-Lütjenburg zu einem bundesweit besonderen Projekt“, so von Hanxleden.
Auch für die Stadt Lütjenburg ist die Entwicklung von großer Bedeutung. Bürgermeister Dirk Sohn betont: „Die Reaktivierung der Bahnstrecke ist für Lütjenburg weit mehr als ein Forschungsprojekt. Sie eröffnet neue Perspektiven für Mobilität, Tourismus und die regionale Entwicklung. Dass hier gleichzeitig geforscht, ausprobiert und wieder Eisenbahn gefahren wird, ist eine große Chance für unsere Stadt und die gesamte Region. Es wäre wünschenswert, wenn die Ministerien des Landes ressortübergreifend daraus ein Projekt starten und fördern.“
Text: Dirk Sohn/ KI unterstützt